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vor 5 Stunden in Weltkirche, 6 Lesermeinungen
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Was ist eigentlich eine "Sünde gegen die Schöpfung und den Schöpfer"? Der Vatikan will es genau wissen - Hintergrundbericht von Kathpress-Rom-Korrespondent Ludwig Ring-Eifel
Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der Vatikan befasst sich erstmals ausführlich mit der Frage, ob es im Umgang des Menschen mit der Natur eine "Sünde gegen die Schöpfung und gegen den Schöpfer" gibt und was dies bedeutet. Die Internationale Theologenkommission des Vatikans veröffentlichte am Dienstag das Dokument "Sorge für das Gemeinsame Haus", das sich dieser Frage und weiteren Themen im Bereich Ökologie widmet. Das Gremium berät das vatikanische Glaubensdikasterium; der Text wurde von Glaubenspräfekt Kardinal Víctor Fernández genehmigt.
Neben biblischen und theologischen Grundlagen der christlichen Umweltethik enthält das Dokument ausführliche Überlegungen zum Begriff der "Sünde gegen die Schöpfung, den Schöpfer und die Mitgeschöpfe". Die Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus hatten zwar vereinzelt von "Sünden gegen die Natur" gesprochen, doch fehlte bislang eine klare theologische Definition und Einordnung.
Die Theologenkommission erklärt dazu nun: "Die Übertretung des ursprünglichen Plans Gottes führt zum Bruch der drei wesentlichen Beziehungen, in denen der Mensch seine Existenz entfaltet: mit Gott, mit den anderen Menschen und mit der Schöpfung. Dies führt unweigerlich zu einer Verschlechterung auf der persönlichen, der sozialen und der gesamtheitlichen Ebene."
Umkehr der Lebensweise
Laut dem Theologenpapier erfordern auch Sünden gegen die Schöpfung eine "radikale Umkehr". Neben technischen Anpassungen und Gesetzesänderungen sei "an der Wurzel ein Wechsel der kulturellen Werte" erforderlich. Einzelne und Gesellschaften seien aufgefordert, "ihre Lebensweise aus ökologischer Sicht wirklich und wesentlich zu verändern". Dies betreffe alle sozialen Gruppen und alle Länder.
Neben der Verantwortung des Einzelnen müsse auch die kollektive Verantwortung und die Konsequenzen der Entscheidungen großer wirtschaftlicher Akteure angegangen werden. Der Grund: Sie "gefährden das Überleben des Menschen und anderer Spezies auf dem Planeten",
Ausführlich zitiert das Papier die Amazonas-Synode von 2019. Sie formulierte damals: "Wir schlagen vor, ökologische Sünde zu definieren als eine Handlung bzw. Unterlassung, die sich gegen Gott, gegen die Mitmenschen, gegen die Gemeinschaft und gegen die Umwelt richtet. Sie ist eine Sünde gegen zukünftige Generationen. Sie wird erkennbar in Handlungen und Verhaltensweisen, die das harmonische Zusammenspiel der Umwelt vergiften und zerstören, die Prinzipien der wechselseitigen Abhängigkeit aller Geschöpfe verletzen, die Netze der Solidarität zwischen ihnen zerreißen und die Kardinaltugend der Gerechtigkeit missachten."
Sünde gegen den Schöpfer
Die Theologenkommission schlägt ferner vor, die ökologische Sünde ähnlich zu begreifen wie die "gesellschaftliche Sünde" und die "Strukturen der Sünde", die bereits Papst Johannes Paul II. angeprangert hatte. Sie gehen über den individuellen Begriff der Sünde hinaus, wie ihn die klassische katholische Theologie über Jahrhunderte kannte.
Ferner betont die Kommission, es gehe um strikt theologische Fragen, fachfremde Begriffe wie "Ökozid" sollten daher vermieden werden. Wörtlich heißt es in dem Papier, die Sünde gegen die Umwelt solle verstanden werden als "Sünde gegen die Schöpfung und den Schöpfer, insofern sie das verletzt, was der Schöpfergott wollte". Weiter schreiben die Theologen: "Wir missachten dann nicht nur Gottes Plan und misshandeln die Schöpfung, sondern schaden auch unseren Nächsten, insbesondere den Ärmsten und den kommenden Generationen."
Zugleich distanziert sich die Kommission von der Lehre des sogenannten Ökozentrismus, der die Spezies Mensch als bloßen Störfaktor in der Natur ansieht und seine Dezimierung im Sinne des Naturschutzes begrüßt. Diese Extremposition widerspreche der Lehre der Kirche.
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Archivfoto: Papst Leo segnet ein Stück Gletschereis aus Grönland (c) Vatican Media
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CusanusG vor 2 Stunden: Völlig sinnlos
Da wirkt das letzte Pontifikat leider noch nach. Es reicht völlig aus, mit Verantwortung an die Thematik Umwelt heranzugehen. Alles andere ist völlig sinnlose Zeitverschwendung.
Fink vor 2 Stunden: Es gibt eine Inflation des Begriffs "Sünde" - "Diät-Sünde", "Umweltsünde" usw.
Was ist eine Sünde ? -Das ist eine zentrale Frage für Christen. Da würde ich zur alten, glasklaren Definition zurückkehren: "Eine Sünde ist ein Verstoß gegen die Gebote Gottes".
Selbst die Definition im Weltkatechismus ist mir da zu schwammig/ wolkig.
Stefan Fleischer vor 3 Stunden: Mir scheint
hier werde das Pferd am Schwanz aufgezäumt. Man versucht, von der «Sünde» gegen die Umwelt zu den Sünden gegen Gott zu führen. Dabei ist es doch umgekehrt. Je mehr ich mir meiner Sünden gegen Gott bewusst werde, desto besser erkenne ich auch meine «Sünden» gegen die Umwelt. Wir müssen und wieder bewusst werden, dass Sünden im christlichen Sinn immer zuerst Sünden gegen den Schöpfer sind. Oder anders ausgedrückt, wir müssen alles immer besser vom Zentrum, von Gott her betrachten, dann wird uns alles andere dazu gegeben. «Euch aber muss es zuerst um SEIN Reich und um SEINE Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.» (Mt 6,33) Oder anders gesagt, wir müssen uns zuerst um das ewige Heil sorgen. Dann werden wir auch lernen, uns in richtiger Art und Weise um das irdische zu sorgen.
SarahK vor 3 Stunden: @Wilolf stimme ihnen zu, dass die Gefahr lauern könnte
Und wenn die Kirche in Deutschland wirklich ökologisch umkehren möchte, hätte ich da allerdings noch ein paar ganz praktische Vorschläge: sämtliche Veranstaltungen streichen, die nicht unmittelbar mit den Sakramenten oder dem sonntäglichen Gottesdienst zu tun haben – das spart Strom, Heizkosten, Fahrtkosten und ganz nebenbei jede Menge Atemluft. Stattdessen Kräfte bündeln und Fahrgemeinschaften organisieren, damit möglichst alle wenigstens sonntags zur Heiligen Messe kommen können. Das wäre dann vielleicht mal Ökologie mit katholischem Wirkungsgrad – weniger reden, weniger Ressourcen verbrauchen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Ich fand es letztens wunderbar als ich mit jemanden aus Saudi darüber sprach wie die Welt so bescheuert werden konnte und er G*eta T**unberg nicht kannte und als ich ihm die Story meinte „poor girl“.
sdamon vor 4 Stunden: danke kath.net für den Artikel
- wie gut zu wisen, dass der Vatikan keine anderen Probleme hat.
Es steht doch geschrieben, was geschieht:
"Die Völker gerieten in Zorn. Da kam dein Zorn und die Zeit, die Toten zu richten: die Zeit, deine Knechte zu belohnen, die Propheten und die Heiligen und alle, die deinen Namen fürchten, die Kleinen und die Großen, die Zeit, alle zu verderben, die die Erde verderben." (Offb 11,18)
Wilolf vor 4 Stunden: Nicht ungefährlich
Gibt es dann das 11. Gebot: Du sollst möglichst viel Geld für Ökostrom ausgeben? Soll die Kirche vor den Karren irgendwelcher Lobbyisten gespannt werden?
Alleine der Begriff „Um-Welt“ scheint mir schon zweifelhaft: Er beinhaltet die Aussage, dass die Welt aus zwei voneinander getrennten Dingen besteht: Dem Menschen und seiner Umwelt.
Tatsächlich ist aber der Mensch ein Teil der Schöpfung – nicht ihr Gegenspieler. Er soll sich die Erde untertan machen. Aber nicht als Tyrann, sondern als Lehnsherr, der für den Schutz seiner Untertanen verantwortlich ist.
Einfach wird das nicht: Ich bin gespannt, welchen Versuchungen diese Kommission erliegen wird.
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