
Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp

vor 4 Stunden in Deutschland, 4 Lesermeinungen
Artikel versenden | Tippfehler melden
Katholischer Journalist Alexander Kissler spottet nach Anti-AfD-Wahlwerbung von Berliner Erzbischof auf X - Bischof Wilmer meint im FAZ-Interview nur lapidar 'Migranten stören nicht'
Berlin (kath.net) „Berliner Bischof der katholischen Kirchensteuerkirche, Herr Koch, ruft AfD-Wähler auf, sich ihre Kirchensteuer zu sparen.“ Mit deutlicher Kritik hat der katholische Journalist Alexander Kissler das jüngste Interview von Berliner Erzbischof Heiner Koch auf X kommentiert. Hintergrund ist Kochs Aussage in einem Interview auf die Frage, ob die Kirche das Risiko eingehen müsse, im Zuge ihrer politischen Positionierung AfD-Wähler als Mitglieder zu verlieren: „Ja, wir müssen dieses Risiko eingehen.“
Auch Heiner Wilmer, Bischof von Münster, und Vorsitzender der DBK, hat sich in einem Interview mit der FAZ deutlich gegen eine Wahl der AfD ausgesprochen. In dem Interview rief er die Wählerinnen und Wähler dazu auf, ihr „Gewissen zu schärfen“. Auf die Frage, ob Katholiken die AfD wählen dürfen, meinte Wilmer einerseits, dass Zeiten vorbei seien, in denen jemand sage: „Du kannst nur das oder das tun.“ Denn man lebe in einer „mündigen Gesellschaft“. Wilmer meinte dann wörtlich: „Migranten stören nicht. Als Christinnen und Christen stehen wir insbesondere für Nächstenliebe und die unverhandelbare Würde jedes Menschen, gerade auch der Schwächsten in unserer Gesellschaft. Dazu gibt es keine Alternative, weder in Deutschland noch anderswo.“ Wilmer behauptet dann, dass die AfD diese Grundwerte attackiere und angeblich sogar „unsere demokratische Staatsform“ als solche angreife. „Ihre Alternative für Deutschland ist eine Gesellschaft, in der Freiheit, Menschenwürde und Demokratie eingeschränkt werden“, so Wilmer.
Die FAZ konfrontierte den Bischof dann damit, dass sich bei Umfragen herausstelle, dass auch regelmäßige Gottesdienstbesucher die AfD wählen und hier kaum ein Unterschied zur Gesamtbevölkerung beim Wahlverhalten bestehe. Auf die Frage, ob die katholische Kirche nicht auch eine Mitschuld am Aufstieg der AfD habe, antwortete Wilmer ausweichend und sprach von „einfachen Antworten, mit denen das Blaue vom Himmel versprochen werden“. Diese seien aber keine Lösung, sondern es brauche auch in der Politik „Differenzierung und Ehrlichkeit“. Der Bischof meinte dann, dass man sich als Kirche auf keinen Fall aus dem ländlichen Raum zurückziehen dürfe. „Unser Ansatz darf nicht zentralistisch sein.“
Die FAZ konfrontierte den Bischof dann auch damit, dass AfD-Politiker versuchen, ihre Partei als wahre Hüterin christlicher Werte darzustellen, die von Unionsparteien und den Kirchen nicht mehr vertreten würden. „Sie haben die Vorschläge der Rentenkommission begrüßt. In der Debatte über die Leihmutterschaft haben Sie geschwiegen. Hat die Kirche dazu nichts zu sagen?“, fragte die Zeitung. Wilmer behauptete dann, dass man nicht geschwiegen habe und man auf Texte zur Leihmutterschaft von 2024 verwiesen habe. „Unsere Position ist sonnenklar. Wir lehnen die Leihmutterschaft ab.“
Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!
Stephaninus vor 28 Minuten: Die Kirche ist mit dem politischen Mainstream verheiratet
Um Missverständnisse zu vermeiden. Ich persönlich würde die AFD nicht wählen, und ich glaube, es gibt gute (politische) Gründe dafür. Aber: Die Kirche geht einseitig auf Distanz zur AfD und bagatellisiert die aus christlicher Sicht zu verwerfenden Positionen anderer Parteien (z.B. der Linkspartei). Die Kirche schreibt sich auf die Fahnen, den Schwächeren ein Stütze zu sein. Mein Eindruck ist allerdings der, sie ist das vorwiegend in jenen Fällen, wo man den (linken) Mainstream auf seiner Seite weiss.
Jothekieker vor 2 Stunden: Er wird das schon merken
Wenn jeder vierte Kirchensteuerzahler - das entspricht dem Anteil der AfD-Wähler unter den Katholiken - Kochs Vorschlag folgt, hat der Bischof ein Problem.
Orate fratres vor 3 Stunden: Toller Vorschlag Herr Koch
Da bin ich ihnen bereits zuvor gekommen. Als in Juni die Regenbogenflagge flatterte und eine Fronleichnamsprozession abgehalten wurde, war mein Gang zum Standesamt unerläßlich.
Kümmern sie sich um unseren Glauben statt um "unsere Demokratie" Herr Koch et al.
Versusdeum vor 3 Stunden: Erbärmlich
Es gibt (abgesehen von Wahlmanipulationen) nur noch 2 Möglichkeiten, die AfD zu stoppen:
- die Opposition zu verbieten und damit die Demokratie abzuschaffen, indem so nie vom Souverän gewählte radikal linke Mehrheiten die Macht ergreifen. Die Erichs und die Margot wären stolz auf Euch!
- endlich wieder gute und vernünftige Politik zu machen. Ging doch 65 Jahre lang auch. Gut, damals gab es noch die Machtkontrolle durch den Dualismus zwischen rechts (CDU/CSU) und links (SPD, dann "Grüne", zuletzt die dezent umbenannte Diktaturpartei SED der DDR) und es reichte auch noch nicht für eine Karriere in der Politik, wenn man nichts anderes konnte, als laut "Nazi[s]!" zu schreien
Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz