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vor 9 Stunden in Spirituelles, 1 Lesermeinung
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„Der Rückgang der Gemeinschaften darf uns nicht beunruhigen. Vielmehr sollte er uns zu einer Erneuerung unseres Lebensstils anspornen und zu einem noch größeren Einsatz in der geistlichen Begleitung derer, die an die Pforten der Klöster klopfen.“
Vatikan (kath.net/pl) kath.net dokumentiert die Ansprache des Hl. Vaters Leo XIV. an die Versammlung der Föderation der Klarissen-Kapuzinerinnen Italiens am 21.9.2026 im Konsistoriumssaal in voller Länge in eigener Übersetzung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Friede sei mit euch! Und man kann auch sagen: „Friede und Gutes“!
Liebe Schwestern und Brüder, guten Tag und herzlich willkommen!
Ich freue mich sehr, euch zu begegnen und diesen Augenblick der Besinnung mit euch zu teilen. Wir lassen uns dabei von der heutigen Liturgie leiten, dem Fest des heiligen Matthäus, Apostel und Evangelist.
Im Epheserbrief ermahnt der heilige Paulus: „Führt ein Leben, das der Berufung würdig ist, die ihr empfangen habt: in aller Demut, Sanftmut und Großmut […] eine einzige Hoffnung ist es, zu der ihr berufen seid: die Hoffnung eurer Berufung“ (Eph 4,1-2.4).
Es ist ein Aufruf zur Treue, dem eure Föderation gemäß dem Charisma der heiligen Klara und des heiligen Franziskus entspricht – im kontemplativen Gebet, in der Armut und in einer völligen Hingabe an das Evangelium. In diesem Sinne ist die Arbeit an der Überarbeitung und Aktualisierung eurer Konstitutionen lobenswert; in ihnen haben die Beiträge vieler eine Synthese gefunden. Darin wird bekräftigt, dass „die erste und vornehmste Aufgabe aller Ordensleute die Betrachtung der göttlichen Dinge und die ständige Vereinigung mit Gott im Gebet ist“ (Konstitutionen, 60; vgl. CIC, Can. 663). Wie die heilige Klara an die heilige Agnes von Böhmen schrieb: „Richte deinen Geist auf den Spiegel der Ewigkeit, richte deine Seele auf den Glanz der Herrlichkeit, richte dein Herz auf das Bild des göttlichen Wesens und wandle dich ganz durch die Betrachtung in das Abbild seiner Gottheit um“ (Dritter Brief an die selige Agnes von Böhmen, 12-13; FF 2888). Und genau mit diesem „Blick im Spiegel der Ewigkeit“ lade ich euch ein, sowohl auf die Gegenwart mit ihren Dramen und Ungewissheiten zu schauen als auch auf die Herausforderungen eurer „kleinen Welt“, die reich an Geschichte ist und dazu berufen, hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. Insbesondere der Rückgang der Berufungen könnte manche dazu verleiten, sich abzuschotten oder auf Notlösungen zurückzugreifen. Doch ich möchte euch noch einmal sagen, was ich bereits zur Zukunft der Diözesen und Priesterseminare in Italien geäußert habe: Versuchen wir, die Perspektive auf diese Realität zu ändern. Ihre schwierigen Aspekte können uns nämlich helfen, unerwartete Potenziale zu entdecken oder wiederzuentdecken – „nicht so sehr im Hinblick auf die zahlenmäßige Stärke, sondern auf die Qualität des Angebots“ (Ansprache an die Pilger der toskanischen Diözesen, 11. Oktober 2025). Daran erinnert uns das heutige Evangelium mit den Worten: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken“ (Mt 9,12). Der zahlenmäßige Rückgang der Gemeinschaften – und die daraus resultierende Angst, die eigene Eigenständigkeit zu verlieren – darf uns nicht beunruhigen oder der Hoffnung berauben. Vielmehr sollte er uns zu einer Erneuerung unseres Lebensstils anspornen und zu einem noch größeren Einsatz in der geistlichen Begleitung derer, die an die Pforten der Klöster klopfen; er sollte uns dazu bewegen, freudige und lebendige Gemeinschaften wachsen zu lassen, in denen man Gottesnähe, Herzlichkeit, Gemeinschaft und echte zwischenmenschliche Beziehungen erfährt. Berufungen entstehen nicht durch die Anwendung organisatorischer Strategien oder durch am Schreibtisch ausgeklügelte Kampagnen, sondern durch das Gebet, durch die Vertrautheit mit dem Evangelium, durch die Stille, durch die Fähigkeit, einander mit den eigenen Unvollkommenheiten anzunehmen (vgl. Gal 6,2), und durch das Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein, das Einheit stiftet. Und um dies zu tun, verlangt der Herr von uns nicht, makellos zu sein, sondern uns demütig, Tag für Tag, von seiner Gnade formen zu lassen.
Dies bietet uns den Anlass, über ein weiteres wichtiges Thema zu sprechen: die Ausbildung, sowohl die anfängliche als auch die ständige Weiterbildung. Lasst euch ausbilden und bildet andere aus für eine Klausur, die im Geist tiefer Gemeinschaft untereinander und mit der Kirche gelebt wird; für ein Schweigen, das in einer von Hast und Lärm beherrschten Gesellschaft das Bedürfnis nach Zeiten und Räumen des Innehaltens und der Unterscheidung weckt – ohne die Furcht, den „flüchtigen Augenblick“ zu verpassen.
Dies ist übrigens auch der spezifische missionarische Charakter der klösterlichen Berufung. Psalm 18, der ebenfalls der heutigen Liturgie entnommen ist, lautet: „Keine Rede und keine Worte, ihre Stimme ist nicht zu hören. Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis an die Enden der Erde“ (V. 4-5). In der Schule des Evangeliums geformt, ruft der Herr euch dazu auf, seine Zeuginnen in Stille und Kontemplation zu sein und euch als lebendiges und prophetisches Gedächtnis der Frohen Botschaft in die Geschichte einzubringen.
Als Schwestern der heiligen Klara habt ihr zudem eine besondere Botschaft zu verkünden, die vor allem durch die Befolgung der Regel und eurer Konstitutionen vermittelt wird. Es gehört zu eurem Wesen und eurer Sendung, das Evangelium zu leben, indem ihr alles Weltliche hinter euch lasst und euch ganz und beständig auf die erste und einzige Liebe eures Lebens ausrichtet. Dies erfordert Nüchternheit, Loslösung von den Dingen, Hingabe im Gehorsam und Transparenz in einem Leben, das einfach, aber auch radikal und anspruchsvoll ist – ein kostbares Zeichen der Treue, besonders in einer globalisierten und unruhigen Welt, in der die Freude und die Fähigkeit, „Wurzeln zu schlagen“, verloren gegangen zu sein scheinen (vgl. Franziskus, Apostolische Konstitution *Vultum Dei quaerere*, 35).
Abschließend möchte ich, liebe Schwestern, eine Frage eures Föderationsassistenten aufgreifen: „Können Frauenklöster der Klausur Antworten auf die Sinnfragen der heutigen Menschheit geben?“ Um diese Frage zu beantworten, nannte er vier Wege, die ich für wichtig halte: das gegenseitige Hören; die *Koinonia* als Gemeinschaft des Wollens, um Isolation zu vermeiden; die *Diakonia*, um gemeinsam zu dienen und zu arbeiten; und die *Martyria*, um Zeugnis für das Evangelium abzulegen. Ich gebe sie euch als sichere Pfade für euren Weg mit auf den Weg. Liebe Schwestern, ich danke euch für das, was ihr tut, und für das, was ihr seid: „Fackeln, Wächterinnen für die Kirche und für die Welt“ (Franziskus, Botschaft an die kontemplativen Ordensfrauen, 21. November 2018), Zeichen der Gegenwart des Reiches Gottes auf Erden.
Ich freue mich, euch begegnet zu sein, und erteile euch von Herzen den Apostolischen Segen, unter Anrufung der Fürsprache Mariens, der Heiligen Franziskus und Klara von Assisi sowie der Seligen Maria Lorenza Longo.
Foto aus dieser Begegnung © Vatican Media
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Cosmas vor 9 Stunden: Schöne Worte, aber die 'Reformen' von PF zur "größeren Weltzugewandtheit" bestehen weiter.
Es gab einen heftigen Konflikt zwischen Papst Franziskus und kontemplativen (beschaulichen) Frauenorden und er drehte sich um eine umfassende Struktur- und Rechtsreform des Vatikans für Klausurnonnen. Mit den Dokumenten „Vultum Dei quaerere“ (2016) und der dazugehörigen Ausführungsbestimmung „Cor Orans“ (2018) griff der Vatikan tief in die jahrhundertelange Autonomie der Klöster ein, was zu heftiger Kritik und kirchenrechtlichen Rebellionen führte.
Die strengen Auflagen zur Zwangsauflösung gelten ausschließlich für Frauenorden, während kleine Männerklöster von diesen starren Regeln ausgenommen sind. Kritiker wie traditionelle Äbtissinnen sprachen von einer faktischen „Enteignung von Kirchengut durch die Kirche selbst“. Die krassesten Fälle waren die Karmelitinnen in Arlington (Texas) und die Räumung des Klosters Ravello in Italien.
Ob sich die Vorgangsweise unter Papst Leo ändert, muss sich erst weisen!
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