
Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp

vor 57 Minuten in Spirituelles, keine Lesermeinung
Artikel versenden | Tippfehler melden
Nach seinem triumphalen Parisbesuch ist Papst Leo nun in Lourdes und betet in der Erscheinungsgrotte – Leos kurzes Gebet in voller Länge: Marias „leuchtende Botschaft des Gebets, der Umkehr und der Hoffnung“. Von Petra Lorleberg/kath.net
Lourdes (kath.net/pl) Als dritter Papst in der Geschichte von Lourdes steht Papst Leo am Samstagabend in der Erscheinungsgrotte von Massabielle, von der aus die Marienverehrung ab dem Jahr der Erscheinungen 1858 weltweit neue Impulse und Kraft erhalten hatten. Vor Leo waren hier die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gewesen, aber auch alle anderen zeitgenössische Päpste ab dem Jahr 1858 hatten die Erscheinungen in Lourdes immer positiv gewertet, angefangen von Papst Pius IX., in dessen Pontifikat die Erscheinungen stattgefunden hatten.
Die Filmkamera zeigt Papst Leo trotz seines enormen Programms, das er seit seiner Ankunft gestern Morgen in Frankreich absolviert hat, freundlich, offen, ja frisch und aufmerksam in allen Begegnungen. Man kann durchaus rätseln, woher der 71-Jährige die Kraft dafür nimmt.
In Lourdes jedenfalls nimmt er sich einen Moment der Stille und des Gebets. Trotz der auf ihn gerichteten geballten medialen Aufmerksamkeit, trotz des Menschenauflaufs schließt der in der Erscheinungsgrotte kniende Papst die Augen und sammelt sich. Anschließend berührt er – nach der Sitte vieler Gläubiger besonders in Südeuropa und Lateinamerika – den Fels der Erscheinungsgrotte mehrfach mit seiner Hand und sucht dabei spürbar den Anschluss an das übernatürliche Geschehen der Erscheinungen Mariens. Außerdem trinkt er ein Glas Lourdeswasser und entzündet eine Kerze. Dann wendet er sich dem Erscheinungsort zu (an dem heute eine Marienstatue steht) und spricht ein Gebet.
kath.net dokumentiert das Gebet von Papst Leo XIV. in der Erscheinungsgrotte von Massabielle im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Lourdes am Samstag, den 26. September 2026, im Rahmen seines Apostolischen Besuches von Frankreich in voller Länge in eigener Übersetzung:
Unsere Liebe Frau von Lourdes, Unbefleckte Empfängnis: An diesem gesegneten Ort, an dem Du mit so viel Sanftmut und Zärtlichkeit zur heiligen Bernadette – einem einfachen Mädchen aus dem Volk Frankreichs – gesprochen hast, um der Welt eine leuchtende Botschaft des Gebets, der Umkehr und der Hoffnung zu übermitteln, eilen wir voller Vertrauen zu Dir; denn Du bist die Mutter, die Jesus uns geschenkt hat, und Du nimmst Dich all unserer Nöte an.
Wir bitten Dich, unsere Herrin, für Frankreich, dessen Patronin Du bist und das Du über so viele Jahrhunderte hinweg mit Deinem Schutz umgeben hast. Erwirke für sein Volk die Gabe der geschwisterlichen Eintracht. Möge es eine harmonische Gesellschaft aufbauen, die jede Gewalt und jeden Hass verbannt und es jedem Einzelnen ermöglicht, zu arbeiten, eine Familie zu gründen und sein Leben bis zuletzt in Ruhe und Gelassenheit zu führen. Mögen die Ärmsten und Unglücklichsten stets Unterstützung erfahren. Erwirke für Frankreich weise und großherzige Führungspersönlichkeiten, die zu persönlichem Opfer bereit und fähig sind, sich den Herausforderungen zu stellen, und die dem Gemeinwohl dienen wollen. Mögen sie das Land im Konzert der Nationen in Frieden bewahren. Mögen sie seiner Stimme Gehör verschaffen, um die Verteidigung der grundlegenden Menschenrechte sowie den Weltfrieden zu fördern und der Logik des Krieges für immer eine Absage zu erteilen.
Heilige Jungfrau Maria, wir bringen dir das Volk Gottes dar, das auf dem Weg durch dieses Land ist – ein Land, dem du durch deine Nähe so tiefes Gepräge verliehen hast.
Erneuere den Glauben und den Eifer der christlichen Familien, die dir so sehr am Herzen liegen, damit sie im Alltag aus der Gegenwart Jesu, aus seiner Gnade und seinem Beistand in ihren Nöten leben. Mögen sie sich großherzig dem Leben öffnen, und möge Gott in ihrer Mitte Berufungen wecken, insbesondere zum Priestertum und zum Ordensleben. Schenke deiner Kirche in Frankreich die Kraft, gerade den jungen Menschen den lichtvollen Weg des Evangeliums zu weisen, damit sie jene gerechte und geschwisterliche Gesellschaft aufbauen können, nach der sie sich sehnen.
Schließlich, du überaus liebende Mutter, bringen wir dir unsere dringlichsten persönlichen Anliegen dar – besonders jene der Kranken und Leidenden sowie all derer, die sie begleiten und an der Quelle von Massabielle Kraft und Heilung suchen. Wir vertrauen dir unsere Angehörigen und unsere lieben Verstorbenen an. Nimm, so bitten wir dich, alle Hindernisse hinweg, die uns noch von deinem geliebten Sohn trennen, und lass ihn in allen Herzen herrschen.
Amen.
Fotos (c) Vatican News/Livestream/Screenshots
Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!
Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz