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vor 4 Stunden in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Leo XIV. in Lourdes: Niemand hat das Recht, auf der Grundlage von labortechnischen Algorithmen über das Leben eines bestimmten Embryos oder eines bestimmten älteren Menschen zu entscheiden! Von Armin Schwibach
Lourdes (kath.net/as) Beim Treffen mit den Mitarbeitern des Pilgerdienstes „Accueil Notre-Dame“ und den von ihnen betreuten Menschen in Lourdes stellte Papst Leo XIV. die Würde jedes Menschen, besonders des kranken und leidenden Menschen, in den Mittelpunkt. Lourdes beschrieb er als einen Ort, an dem Gebrechlichkeit nicht verborgen werde, sondern zum Ort einer Begegnung mit Gott und mit den Menschen werde. Dabei verband er den Blick Marias auf den Menschen mit einer entschiedenen Verteidigung des Lebens und mit einem Aufruf an das Gesundheitswesen, sich dem Dienst am Leben zu widmen.
Zu Beginn seiner Begegnung mit den Mitarbeitern des Pilgerdienstes und den betreuten Kranken erklärte Leo XIV., es sei für ihn eine große Freude gewesen, diesen Moment in Lourdes zu verbringen. Seit mehr als 150 Jahren kämen Pilger aus aller Welt hierher, um „Jesus durch Maria ihre körperlichen, seelischen oder geistlichen Leiden anzuvertrauen“. In Lourdes werde die Gebrechlichkeit nicht versteckt, sondern zum Ort einer heiligen Begegnung. Das pastorale Thema des Heiligtums habe in diesem Jahr den Gruß des Engels Gabriel an Maria aufgenommen: „Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir“ (Lk 1,28). Darin werde die Begegnung zweier Blicke sichtbar: des Blickes des Boten Gottes und des Blickes Marias. Die Demut und die Großherzigkeit des jungen Mädchens hätten es Gott ermöglicht, sein Heilswerk zu vollbringen. Maria habe den Herrn nicht für sich behalten, sondern ihn der Welt geschenkt, indem sie jedem Menschen zuspreche: „Der Herr ist mit dir“.
Diese Wahrheit bezeichnete Leo XIV. als das Fundament der Menschenwürde. Maria sehe jeden Menschen als eine einzigartige Person, wie es die heilige Bernadette bei den Erscheinungen in der Grotte bezeugt habe. Dieser mütterliche Blick erinnere daran, dass „in den Augen Gottes niemand unsichtbar ist“.
Von hier aus führte Leo XIV. den Gedanken auf die gesellschaftliche Wahrnehmung des menschlichen Lebens weiter. In einer Zeit, in der manche Gesellschaften dazu neigten, den Blick abzuwenden oder die Augen vor der Würde des menschlichen Lebens zu verschließen, sei es, so habe der Papst unter Berufung auf Johannes Paul II. erklärt, „vor allem dringend notwendig, in uns und in den anderen eine kontemplative Sicht zu pflegen“. Diese Sicht bestehe darin, das Leben in seiner Tiefe wahrzunehmen und seine Dimensionen der Unentgeltlichkeit, der Schönheit sowie der Herausforderung zu Freiheit und Verantwortlichkeit zu erfassen.
Leo XIV. zitierte dazu ausführlich aus der Enzyklika Evangelium vitae: „Es ist die Sicht dessen, der sich nicht anmaßt, der Wirklichkeit habhaft zu werden, sondern sie als ein Geschenk annimmt und dabei in jedem Ding den Widerschein des Schöpfers und in jedem Menschen sein lebendiges Abbild entdeckt (vgl. Gen 1,27; Ps 8,6)“. Eine solche Sicht beginne damit, „auf dem Antlitz jedes Menschen einen Aufruf zu Gegenüberstellung, zu Dialog, zu Solidarität zu entdecken“, damit die Welt das Leben habe. Die Verkündigungsszene habe gezeigt, dass Maria im Augenblick, in dem der Herr sie anblicke, erkannt habe, von Gott auserwählt zu sein. Im Kern dieser Begegnung könne zugleich jeder Mensch erkennen, dass er persönlich angesprochen und zutiefst zur Liebe Gottes bestimmt sei, der Quelle des Lebens. Der Mensch sei allein aufgrund der schlichten Tatsache, dass er existiere und auf die Ewigkeit ausgerichtet sei, „würdig“. Seine Würde lasse sich nicht messen und stehe nicht zur Diskussion.
Besonders wandte sich Leo XIV. anschließend an jene Menschen, die aufgrund von Krankheiten und Schmerzen eine dunkle, ungewisse oder aussichtslose Zukunft vor sich sehen könnten. Er erklärte, er wisse, dass die Zukunft „für einige von euch aufgrund bestimmter Erkrankungen und mitunter schrecklicher Schmerzen“ dunkel, ungewiss und aussichtslos erscheinen möge. Dennoch dürfe kein menschliches Gesetz die Gewissheit der eigenen Würde nehmen. Gerade im Namen dieser unveräußerlichen Würde müsse der Versuchung widerstanden werden, unter dem Vorwand eines falschen Mitleids das Leben zu beenden. Das Herbeiführen des Todes könne nicht als normal angesehen werden. Leo XIV. formulierte dabei einen Grundsatz, den er ausdrücklich hervorhob: „Was legal ist, ist nicht zwangsläufig auch sittlich erlaubt.“
Lourdes bezeichnete der Papst als „Stadt der Kranken und der Hoffnung“. Von dort aus richtete er einen Aufruf an alle im Gesundheitswesen Tätigen. Sie sollten sich an den tiefen Sinn ihrer Berufung erinnern, der darin bestehe, „sich um einen leidenden Menschen zu kümmern und nicht, ihn zu beseitigen“. Deshalb forderte er: „Ja, liebe Freunde, stellt euch leidenschaftlich in den Dienst des Lebens!“
Im Zusammenhang mit den Möglichkeiten moderner Medizin warnte Leo XIV. davor, Entscheidungen über das Leben einzelner Menschen auf technische Verfahren zu reduzieren. Niemand habe das Recht, „auf der Grundlage von labortechnischen Algorithmen über das Leben eines bestimmten Embryos oder eines bestimmten älteren Menschen zu entscheiden!“. Die Medizin dürfe niemals „zum Gehilfen des programmierten Todes werden!“, zitierte der Papst aus seiner Ansprache an die Mitglieder der Fondation Jérôme Lejeune vom 22. Juni 2026.
Demgegenüber rief Leo XIV. dazu auf, die Strukturen der Palliativpflege und der Forschung weiterzuentwickeln und zugleich die Kranken zu begleiten. Lourdes verwies er dabei auf die konkrete Gestalt dieses Dienstes: Ärzte, Pflegekräfte, Krankenträger, Seelsorger, Teams der Krankenpastoral und viele andere übten dort ihre Berufung im Dienst an der Würde des Menschen aus, „damit die Welt das Leben hat“. Dabei verband der Papst die Sorge für den Leib mit der Sorge für den Menschen als Ganzen. „Indem ihr den Leib pflegt, sorgt ihr auch für die Seele“, erklärte er den Mitgliedern der Hospitalités und dem medizinischen Personal. Ihnen, die sich dem Dienst an ihren Brüdern und Schwestern widmeten, sprach er seine Dankbarkeit aus.
Den kranken Menschen selbst widmete Leo XIV. anschließend Worte, die den inneren Mittelpunkt seiner Begegnung bildeten. Er erklärte: „Ihr seid keine Last, ihr seid das pulsierende Herz unserer Menschlichkeit und ein kostbarer Schatz für die Kirche.“ Die Leiden, die sie durchmachten, schloss er in seine Gebete ein. Zugleich richtete er seinen Gedanken auf jene Kranken, die nicht nach Lourdes kommen konnten und die das Treffen von zu Hause oder aus einem Krankenhauszimmer heraus verfolgt hätten.
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Hope F. vor 2 Stunden: Wunschdenken contra Realität
Die Unterstützung für pflegende Angehörige ist in Deutschland leider unbefriedigend. Hausärzte sind überlastet und stellen sich der Verantwortung nicht. Hausbesuche werden nicht gemacht. Auch im Krankenhaus und in Pflegeheimen kümmert man sich um Sterbende nicht adäquat. In einem Hospiz mag das anders sein. Es bräuchte auch mobile Hospizschwestern, die Angehörige zu Hause unterstützen. Aber einer schiebt die Verantwortung auf den anderen und die Angehörigen müssen hilflos zusehen, wie lieblos Angehörige behandelt werden, wenn sie selbst am Ende ihrer Kräfte sind. Sie werden schlicht alleine gelassen. Auch Palliativteams sind beim Erstkontakt z. B. an Feiertagen nicht erreichbar und brauchen Vorlaufzeit, die man nicht immer hat. Ich hoffe, die Worte des Papstes fallen - genau wie seine Warnung vor KI - auf fruchtbaren Boden. Es ist eine Gewissensfrage jedes Einzelnen. Hier sind auch die Politiker gefragt. Nur die haben im Moment ganz andere Sorgen.
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