
Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp

vor 5 Stunden in Weltkirche, 6 Lesermeinungen
Artikel versenden | Tippfehler melden
Der rote Faden, der Synodalität und liturgische Gottesdienste verbinde, sei ‚genau die vom Zweiten Vatikanischen Konzil geförderte Vision der Kirche‘, die er als ‚versammlungsorientierte und nicht klerikale Kirche‘ beschreibt.
Pilsen (kath.net/jg)
Tomáš Holub, der Bischof von Pilsen (Tschechische Republik), hat in einem Artikel die Ansicht vertreten, Synodalität in der Kirche lasse sich nur durch die Messe im Neuen Ritus verwirklichen.
In einem Gastbeitrag mit dem Titel „Synodalität und der Novus Ordo Missae“ auf dem italienischen Blog Come Se Non des progressiven Theologen Andrea Grillo stellte Holub eine Verbindung zwischen der Umsetzung von Synodalität mit der Feier der heiligen Messe im Neuen Ritus her. Die Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird dadurch ein wesentliches Element der missionarischen Zukunft der Katholischen Kirche, berichtet AdVaticanum.
Holub schreibt aus der Perspektive seiner Diözese, die er als Missionsgebiet beschreibt, und reflektiert die Erfahrungen der Synode von Pilsen, die von 2024 bis 2026 durchgeführt worden ist. Er zitiert soziologische Untersuchungen, die zu dem Ergebnis kommen, dass viele Menschen offen für das Evangelium sind, sich aber nicht am regulären kirchlichen Lebens beteiligen. Die Kirche brauche „pastorale Kreativität“ anstelle sich auf Methoden zu verlassen, die von früheren Generationen überliefert sind.
„Die Menschen suchen nach Transzendenz“, schreibt Holub und fügt hinzu, es sei Aufgabe der Kirche, Antworten auf diese Suche zu geben, indem sie „eine gesunde und aktuelle Version des Evangeliums“ verkünde.
Die Diözesansynode von Pilsen sei ein Weg zur Erneuerung des Selbstverständnisses der Kirche gewesen. Die Delegierten hätten in einem zweijährigen Prozess pastorale Prioritäten erarbeitet, die jetzt umgesetzt würden. Die Synode habe den Klerikern und den Laien bewusst gemacht, dass die Verantwortung für die Kirche beim ganzen Volk Gottes liege.
„Die Kirche ist nicht länger eine Angelegenheit bestimmter Personen, der Priester“, schreibt Holub. Das Leben der Kirche setze sich aus vielen vereinten Gliedern zusammen, die in Gemeinschaft leben.
Synodalität sei nicht einfach eine Kommunikationstechnik, fährt Holub fort. Sie sei ein Weg, den Glauben zu leben. Die Katholiken sollten nicht einfach synodale Treffen organisieren, sondern eine synodale Kirche werden, indem sie einander zuhören, unterscheiden und Verantwortung teilen. „Es geht nicht darum, eine Synode abzuhalten, sondern darum, eine Synode zu werden“, schreibt der Bischof.
Daraus folge eine neue Wertschätzung des Dienstes in der Kirche. Anstatt das Weihepriestertum zu schwächen, sollte die Anerkennung der Gaben der Laien das missionarische Zeugnis der Kirche stärken, indem diese es allen Getauften ermögliche, entsprechend ihrer Berufung einen Beitrag zu leisten.
Jede liturgische Feier sollte die Einheit der Kirche zum Ausdruck bringen und eine Quelle für die missionarischen Aktivitäten sein. Aus dieser Überzeugung leitet Holub die umstrittenste Schlussfolgerung seines Artikels ab. Ausgehend von dem Argument, dass die Liturgie das Selbstverständnis der Kirche sowohl widerspiegelt als auch prägt, kommt er zu dem Fazit, dass der Neue Ritus der Ekklesiologie des Zweiten Vatikanums auf einzigartige Weise entspreche.
„Der Novus Ordo ermöglicht es, die Synodalität im Bereich der Liturgie umzusetzen“, schreibt Holub wörtlich. Den Alte Ritus lehnt er daher ab. Wörtlich schreibt er: „Andernfalls wäre dies sehr schwierig, da der Vetus Ordo Ausdruck einer tridentinischen und modernen Sichtweise der Kirche ist, die den heutigen Bedürfnissen nicht mehr entspricht.“
Der rote Faden, der Synodalität und liturgische Gottesdienste verbinde, sei „genau die vom Zweiten Vatikanischen Konzil geförderte Vision der Kirche“, die er als „versammlungsorientierte und nicht klerikale Kirche, eine dienende Kirche, eine gemeinschaftliche Kirche, die ihre Einheit bezeugt und feiert“ beschreibt.
Holub räumt ein, dass es auch in seiner Diözese Katholiken gibt, die dem Alten Ritus verbunden sind. Nach seiner Ansicht formt die regelmäßige Teilnahme an der Alten Form des Römischen Messritus ein bestimmtes Verständnis der Kirche. Dies könne zu Spaltungen im kirchlichen Leben führen, indem es Misstrauen gegenüber den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils verstärke.
Diesen Gläubigen sollte man ebenfalls synodal begegnen, schlägt Holub vor. Man sollte ihnen zuhören und gemeinsam unterscheiden lernen. Gleichzeitig müsse dieser Dialog von der „freundlichen, aber festen Haltung“ begleitet sein, die das Zweite Vatikanische Konzil als „Ausdruck des wahren Lehramts“ betrachtet.
Abschließend warnt Holub vor kircheninternen Konflikten, während gleichzeitig viele Leute außerhalb der Kirche sind. Die Kirche sollte in der Lage sein, mit Offenheit, missionarischem Zeugnis und synodaler Praxis auf die gegenwärtige Gesellschaft zuzugehen. Stattdessen forderte er „eine Kirche, die gerade deshalb wahrhaft universell ist, weil sie synodal und offen für die Zukunft und die heutige Welt ist“.
Andrea Grillo ist einer der Autoren des Motu proprio Traditionis custodes. Er gilt als wichtiger theologischer Mitarbeiter und enger Berater von Erzbischof Vittorio Francesco Viola, dem Sekretär des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung.
Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!
MPDE vor 2 Stunden: Ein konstruierter Bruch
Was man den Piusbrüdern vorwirft, nämlich einen Ritus mit ekklesiologischen Fragen zu verbinden, muss man auch diesem Bischof vorwerfen. Die katholische Kirche ist ontologisch Volk Gottes und Leib Christi, Synodalität ist allerdings kein Attribut, was wesentlich für ihre Gestalt wäre. Ganz im Gegensatz zur hierarchischen Verfassung.
CusanusG vor 3 Stunden: In sich unlogisch
Wenn die Menschen nach Transzendenz suchen, dann brauchen sie weder Synodalität, noch eine verstümmelt Version der neuen Messe.
Wenn die Analsyste des Bischofs stimmt und Transzendenz gesucht wird, dann muss er die alte Liturgie anbieten und keine Stuhlkreise.
Norbert Sch?necker vor 3 Stunden: Wo ist Christus?
Freilich ist die Heilige Messe auch eine Versammlung.
Aber um wen versammeln wir uns? Um Jesus Christus! Ohne ihn wären wir wie eine Herde ohne Hirten, oder wie Kinder ohne Eltern.
Wenn in der Versammlung Christus weggelassen wird und nur Gemeinschaft um der Gemeinschaft willen gefeiert wird, dann werden wir als Kirche untergehen.
Zumindest in der obigen Zusammenfassung kommt Christus aber kein einziges Mal vor!
Ich möchte ausdrücklich festhalten. dass ich gerne und ausschließlich den Neuen Ritus zelebriere (weil ich den Alten nicht gelernt habe) und überzeugt bin, dass auch im Neuen Ritus Christus im Mittelpunkt ist, wenn man ihn würdig feiert.
Christianlay vor 4 Stunden: Ein arger Tippfehler?
„Andernfalls wäre dies sehr schwierig, da der Vetus Ordo Ausdruck einer tridentinischen und modernen Sichtweise der Kirche ist, die den heutigen Bedürfnissen nicht mehr entspricht.“ Ist das ein Tippfehler, die tridentinische Messe ist doch nicht "modern"? Die Liturgie müsse den "Bedürfnissen" der Menschen entsprechen- das zeigt ein völliges Unverständnis über das Wesen der Liturgie, oder seit wann hat ein Dienst den Bedürfnissen des Dienenden gerecht zu werden?
Uwe Lay Pro Theol Blogspot
Versusdeum vor 4 Stunden: Erstaunlich, wie offen er die "andere Kirche" propagiert
Besonders gefallen hat mir die „gesunde und aktuelle Version des Evangeliums“. Also verkündete die Kirche bisher eine "kranke"?
Und danke für diese Werbung für den überlieferten Ritus der Kirche durch progressistische Kreise: „Der Novus Ordo ermöglicht es, die Synodalität im Bereich der Liturgie umzusetzen“. Ich mochte schon den Begriff "Volksaltar" weil er zeigt, dass sich der Schwerpunkt der Liturgie von der gemeinsamen Opfer von Volk und Priester tendenziell mehr zu einer Versammlung (oder gar einem politischen/aktivistischen Happening) verschoben hat.
Cosmas vor 5 Stunden: Ehrlich sind sie wenigstens, die Synodalisten!
Jetzt wissen wir, warum die Alte Messe so unterdrückt wird. Dass 'der Neue Ritus der Ekklesiologie des Zweiten Vatikanums auf einzigartige Weise entspreche', sehe ich auch so, ist aber für mich ein Grund, beim Alten Ritus zu bleiben.
Holub schreibt: 'Man sollte ihnen zuhören und gemeinsam unterscheiden lernen. Gleichzeitig müsse dieser Dialog von der „freundlichen, aber festen Haltung“ begleitet sein, die das Zweite Vatikanische Konzil als „Ausdruck des wahren Lehramts“ betrachtet.' Euphemistisch wird hier gesagt, dass man die Anhänger der Alten Messe zwar anhört, aber sie dann umerzogen werden müssen ('unterscheiden lernen'). Diese Verweigerung eines echten Gesprächs heißt jetzt "freundliche, aber feste Haltung". 'Wahres Lehramt" gibt es auch erst jetzt...
Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz