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Dramatische Entwicklung im Erzbistum Glasgow.
Glasgow (kath.net)
Das Erzbistum Glasgow steht vor einem historischen und schmerzhaften Einschnitt. In einem offenen Hirtenbrief hat Erzbischof William Nolan eine umfassende und radikale Umstrukturierung angekündigt, die das religiöse Leben der schottischen Diözese grundlegend verändern wird. Angesichts drastischer demografischer und personeller Veränderungen müssen die Weichen für die Zukunft neu gestellt werden. Der neue Restrukturierungsplan sieht vor, die Zahl der Pfarreien im Erzbistum um die Hälfte zu reduzieren.
Rund zwei Dutzend Kirchen werden in diesem Zuge geschlossen.
Seit Nolans Amtsantritt vor weniger als fünf Jahren ist die Zahl der aktiven Priester um ein Drittel zurückgegangen. Lediglich ein einziger Priester im gesamten Erzbistum ist unter 45 Jahre alt; die große Mehrheit hat das 60. Lebensjahr überschritten.
Erzbischof Nolan begründet die drastischen Maßnahmen mit den harten Fakten der Realität: Es gebe schlicht „zu viele Pfarren, aber zu wenige Menschen, zu viele Kirchen, aber zu wenige Priester“. Im Vergleich zu der Ära, in der die Gotteshäuser erbaut wurden, ist die Zahl der regelmäßigen Gottesdienstbesucher dramatisch eingebrochen. Zudem zeigt sich ein geografisches Ungleichgewicht: Einige der größten Kirchen befinden sich heute in Regionen, in denen die katholische Bevölkerung am dünnsten besiedelt ist.
Ohne die Unterstützung ausländischer Priester und Ordensleute, die bereit sind, im Erzbistum Dienst zu tun, wäre die Situation laut Nolan bereits völlig unhaltbar.
Der Erzbischof räumt ein, dass dieser Schritt tiefe Schmerzen und Wehmut auslösen wird, da die historischen Gebäude voller Erinnerungen stecken und den Gläubigen ans Herz gewachsen sind. Dennoch warnt er davor, vor der Realität die Augen zu verschließen.
In biblischer Metaphorik vergleicht er die Reformen mit dem Rückschnitt eines Weinstocks durch den Gärtner: „Genau wie der Winzer die Rebe zurückschneidet, damit sie wachsen kann, müssen auch wir stutzen und beschneiden, um gesund zu bleiben und zu wachsen.“
Abschließend appelliert Nolan an die Gläubigen, den Prozess mit Kooperationsbereitschaft und Opfersinn zu begleiten. Man müsse dankbar auf die Vergangenheit zurückblicken, sie aber auch loslassen können, um eine neue Zukunft zu ermöglichen.
Foto: Symbolbild, Archiv
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