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Ivan Dragicevic spricht bei Wien-Besuch über Marienerscheinungen, Gebet und Kritik - Pilgerort Medjugorje als Ort der Umkehr und Befreiung.
Wien (kath.net/ KAP)
"Gott hat seinen Plan, und ich bin nur ein Werkzeug in seinen Händen": So hat Ivan Dragicevic, einer aus der Gruppe der "Seher" von Medjugorje, sein Selbstverständnis angesichts der von ihm seit 45 Jahren berichteten Marienerscheinungen geschildert. In einem Interview mit Kathpress nach seinem Auftritt beim Medjugorje-Friedensgebet im Wiener Stephansdom vom Mittwochabend sprach der 61-Jährige über seine Erfahrungen, die Bedeutung des Gebets und den Umgang mit Kritik. Für die positiven geistlichen Früchte in dem herzegowinischen Wallfahrtsort erteilte die Kirche 2024 Status "Nihil obstat" ohne eine Entscheidung über den übernatürlichen Charakter der berichteten Erscheinungen zu treffen.
Die Begegnungen mit der Jungfrau Maria, die Dragicevic "Gospa" (kroatisch für: Herrin) nennt, erlebe er als unmittelbare Wahrnehmung einer Person, wie er sagte. Während der Erscheinung sehe und höre er sie, seine sonstige Umgebung nehme er dann nicht mehr wahr. Die Gottesmutter habe auf die Frage nach ihrer Schönheit geantwortet: "Ich bin schön, weil ich liebe." Sie habe in ihren Erscheinungen auch gesagt: "Liebe Kinder, liebt auch, und ihr werdet schön sein." Dabei gehe es nicht um äußere, sondern um innere Schönheit.
Als zentrale Anliegen der dabei erhaltenen Botschaften nannte Dragicevic Frieden, Bekehrung, Eucharistie und Gebet. Besonders wichtig sei das Gebet in der Familie, ebenso die Lektüre der Heiligen Schrift und die Bereitschaft zu vergeben. "Das ist die klare und einfache Botschaft des Evangeliums. Nur wir Menschen sind diejenigen, die es kompliziert machen", sagte er. Die Gottesmutter erinnere ständig aufs Neue daran und rufe schon seit Beginn der Erscheinungen zum täglichen Rosenkranzgebet auf. Entscheidend sei dabei nicht allein die Zahl der Gebete, sondern "das Gebet des Herzens". Wer besser beten wolle, müsse auch mehr beten, sage ihm die Jungfrau Maria.
Das Gebet helfe ihm auch, an seinen eigenen Schwächen zu arbeiten: "Ich bin nicht perfekt, sondern lebe ein normales Leben wie andere Menschen", so Dragicevic. Zugleich sei die öffentliche Aufmerksamkeit mit Verantwortung verbunden. Damit umzugehen, erfordere Demut. Mit Skepsis und Kritik, die ihn seit dem noch in kommunistischer Zeit datierenden Beginn seiner Berichte über die Erscheinungen begleiteten, versuche er im Glauben umzugehen, sagte er weiter. Dazu zähle er auch die Befragungen, die kircheninterne Kritik oder jüngst einen Vandalenakt im Juli. "Den Vandalismus sehe ich als Zeichen dafür, dass die Menschen dahinter Hilfe brauchen und wir noch mehr für sie beten sollen."
Die Bedeutung Medjugorjes sieht Dragicevic vor allem in den Erfahrungen von Frieden und Umkehr, von denen Pilger berichteten. Besonders eindrücklich sei für ihn die lange Schlange von Menschen, die dort zur Beichte warteten. Manche empfingen nach 20, 30 oder 50 Jahren erstmals wieder das Sakrament. Sie erlebten dies als Befreiung und Beginn eines neuen Lebens. Ob Medjugorje auch nach einem möglichen Ende der Erscheinungen seine Bedeutung behalten werde, könne er nicht sagen: "Das liegt in Gottes Hand. Wir werden weiter beten."
Zugleich betonte Dragicevic, dass eine Reise nach Medjugorje keine Voraussetzung für ein christliches Leben sei. Wer zu Hause bete und die Sakramente empfange, könne ebenso das Heil erlangen. Die Gottesmutter zwinge niemanden, nach Medjugorje zu kommen. Ihr Ruf "Meine lieben Kinder, kommt zu Gott zurück" richte sich jedoch an die ganze Welt. Warum die Erscheinungen so lange andauerten, wisse er nicht. Eines Tages werde dies jedoch offenbar werden; bis dahin gelte es, die Botschaften im Alltag zu leben.
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Foto: Medjugorje, Archiv kath.net
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