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Wallner: „Richten sich kirchliche Stellen bei uns nicht klammheimlich als Palliativstationen ein?“

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Pater Prof. Karl Wallner: „Es ist ja nicht nur die Demografie, die uns beschädigt, sondern es ist auch der Abbruch der Glaubensweitergabe an die ohnehin zahlenmäßig sehr kleine nächste Generation, die uns dezimiert. Was läuft da schief?“ – VIDEO


Wien-Heiligenkreuz (kath.net) „Als ich 2016 nach dem Ausbau der Hochschule nach Wien kam, um die Päpstlichen Missionswerke zu führen, kam ich in einen Schock. Denn Heiligenkreuz war damals ein Ort des Lebens, ist es jetzt auch. Und in Wien traf ich auf eine, so wie ich es wahrgenommen habe, aussterbende Kirche.“ Das sagte Pater Prof. Karl Wallner OCist, Dogmatikprofessor der Philosophisch-Theologische Hochschule Heiligenkreuz und emeritierter Missio-Nationaldirektor, in seinem Vortrag gehalten am 19.10.2026 auf der Veranstaltung Christen in Bedrängnis des ÖVP Rathausclubs in Wien. „Ich frage hier kirchenkritisch, richten sich kirchliche Stellen bei uns nicht klammheimlich als Palliativstationen ein?“

Wallner vertrat, dass das Christentum schneller schmelze „als ein Gletscher und die Muslimen haben bei uns eben mehr Kinder. Wer die Kinder hat, hat die Zukunft hat der Kardinal [Christoph Schönborn] vor kurzem auf den Punkt gebracht. Die aktuelle Statistik des Integrationsfonds von 2026 für die öffentlichen Wiener Pflichtschulen, Volksschulen, Sonder- und polytechnischen Schulen mit 42% islamischen Kindern, 33% christlichen Kindern und davon nur 16% katholische, 14% orthodoxe. Wir freuen uns, dass diese wachsen und die Altorientalen, ihr seid ganz wichtig, um das vorweg zu sagen, nicht? Aber ja, es ist die rosarote Brille, sie zerbricht ja ist nicht gut sich über die Fakten hinweg schwindeln und alternative Fakten zu inszenieren. Vor kurzem versuchte sogar der ORF etwas Positives über die Kirche zu bringen und verkündete, dass die Kirchenaustritte sinken, was an sich lobenswert für den ORF ist“, so Wallner, skizzierte dann aber zu den Kirchenaustritten: „Der Grund für den prozentuellen Rückgang der Austritte liegt daran, dass immer weniger austreten können, weil es immer weniger Katholiken gibt. Prozentuell im Verhältnis zur Gesamtzeit der Katholiken sind die Austritte gestiegen.“


Die Kirche müsse sich „selbst evaluieren“, forderte Wallner. „Jetzt spreche ich wieder von der katholischen Kirche, denn wenn eine Firma sich innerhalb von nur 30 Jahren halbiert, wäre Feuer am Dach. Es ist ja nicht nur die Demografie, die uns beschädigt, sondern es ist auch der Abbruch der Glaubensweitergabe an die ohnehin zahlenmäßig sehr kleine nächste Generation, die uns dezimiert. Was läuft da schief?“

Außerdem griff Wallner Themen wie „Missionierung“, „Auseinandersetzung mit dem Islam“, „Gesetzlichkeit des Islam“, „Migration“, „christliche Nächstenliebe“.

„Wir Christen“, „wir helfen allen… Es gibt die christliche Pflicht allen zu helfen. Das heißt aber nicht, dass der Modus darin bestehen muss, alle bei uns aufzunehmen, was ja einfach sachlich auch nicht möglich ist. Übrigens gibt es Aussagen vom Papst Franziskus und vom Papst Leo genau in diese Richtung.“

Auch hätten „wir als Christen“ „das Recht, Reziprozität einzufordern, auch von anderen Staaten“, so Wallner. „Bei uns gibt es Religionsfreiheit, verstanden als Freiheit aller Religionen zu praktizieren, wie sie sich verstehen. In islamischen Ländern bedeutet Religionsfreiheit aber oft nur die Freiheit des Islam zu tun, was ihm entspricht, inklusive Einschränkung anderer Religionen.“ Der Theologe fragte weiter: „Warum dürfen in der Türkei keine Kirchen gebaut werden? Warum darf man in Saudi-Arabien keine Bibeln und kein Kreuz haben? Warum stellen wir diese Fragen nicht?“

„Die Christen sind die größte Religionsgemeinschaft auf dem Planeten“, erinnert Wallner, „aber der Islam wächst schneller und die demographischen Voraussagen sagen, dass 2055 es mehr Muslime als Christen geben wird.“ „Ja, wir lieben und wir respektieren, aber wir haben auch das Recht, respektiert zu werden. Die Fion des berühmten Werkes von Michel Houellebecq, „Soumission“ – Sie haben es sicher alle gelesen –, spielt im Jahr 2022 und ist tatsächlich schon längst von der Wirklichkeit in Europa überholt.“
 
Als Kirche hätten „wir Leichen im Keller ganz ohne Frage“, räumt Wallner ein, „aber auch Humanität, Toleranz, Freiheit und Gleichberechtigung sind durch das Christentum in unsere westliche Gesellschaft gekommen“. Er mahnte: „Auf die alte Großmutter Kirche einzuprügeln, während man die Belastungen unserer Gesellschaft durch kulturfremdes und leider oft nicht integrationswilliges Banditentum verschließt, ist nicht nur nicht fair, sondern es ist für unsere Gesellschaft gefährlich.“

Man vermeide „Aggression gegen den Islam … nicht, indem man die Aggression, die aus islamischen Haltungen kommt, verschweigt oder schön fährt. Man kann natürlich von Islamophobie sprechen, aber warum thematisiert man dann nicht auch die quantitativ größeren Formen von Christenhass und Christenverfolgung, die mittlerweile auch in Europa ankommen? Christenhass ist intensiv und er ist sehr verbreitet.“

Archivfoto Pater Karl Wallner in seiner Zeit als Missio-Nationaldirektor (c) Missio Österreich


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