kath.net katholische Nachrichten

Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp


Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn

vor 4 Stunden in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Artikel versenden | Tippfehler melden


Leo XIV.erinnert anJohannes Paul II., "eines Mannes, dessen Bemühungen maßgeblich dazu beigetragen haben, die Freundschaft zwischen Juden und Katholiken zu fördern" - TEXT des Papstes in voller Länge


Vatikan (kath.net/pl) kath.net dokumentiert die Ansprache Seiner Heiligkeit Papst Leo XIV. an eine Delegation des American Jewish Commitee am Donnerstag, 22. Oktober 2026 im Konsistoriumssaal in voller Länge in eigener Übersetzung:

Sehr geehrte Mitglieder des American Jewish Committee,

es ist mir eine Freude, Sie hier im Vatikan an einem Tag willkommen zu heißen, an dem die Kirche in besonderer Weise meines geliebten Vorgängers, des heiligen Johannes Paul II., gedenkt – eines Mannes, dessen Bemühungen maßgeblich dazu beigetragen haben, die Freundschaft zwischen Juden und Katholiken zu fördern. Als er 1995 vor dem Leitungsgremium Ihres Komitees sprach, betonte er, dass „der Dialog zwischen Christen und Juden einen überzeugenden Ausdruck im Leben beider Gemeinschaften finden muss“ (6. Februar 1995). Diese Worte sind bis heute von Bedeutung, wie sich in dem langjährigen Einsatz Ihrer Organisation für den Dialog und die Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirche widerspiegelt. Ich begrüße daher diese Gelegenheit, all jenen meinen Dank auszusprechen, die weiterhin Beziehungen zwischen unseren Gemeinschaften aufbauen – Beziehungen, die auf Aufrichtigkeit und gegenseitigem Respekt gründen.


Diese Freundschaft, die in unserem gemeinsamen geistigen Erbe verwurzelt ist, ruft uns zudem dazu auf, die Menschenwürde zu verteidigen, den Armen zu dienen, die Religionsfreiheit zu schützen sowie Gerechtigkeit und Frieden zu fördern. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Einsatzes ist die Ablehnung jeglicher Form von religiösem oder ethnischem Hass und Diskriminierung. In diesem Zusammenhang habe ich anlässlich des sechzigsten Jahrestages der Erklärung „Nostra Aetate“ des Zweiten Vatikanischen Konzils bekräftigt: „Die Kirche duldet keinen Antisemitismus und bekämpft ihn – auf der Grundlage des Evangeliums selbst“ (Generalaudienz, 29. Oktober 2025). Meinungsverschiedenheiten – wie tiefgreifend sie auch sein mögen – dürfen niemals zu Vorurteilen oder Feindseligkeiten führen, denn diese untergraben die moralischen Grundlagen unserer Gesellschaft.

In einer Welt, die von Gewalt und Misstrauen gezeichnet ist, ist dieses Bekenntnis zur Geschwisterlichkeit von besonderer Dringlichkeit. Denn: „Das Zeugnis unserer Geschwisterlichkeit – das wir, so hoffe ich, durch konkrete Gesten zum Ausdruck bringen können – wird gewiss dazu beitragen, eine friedvollere Welt zu gestalten; ein Wunsch, den alle Menschen guten Willens in ihren Herzen tragen“ (Ansprache an Vertreter anderer Kirchen, kirchlicher Gemeinschaften und anderer Religionen, 19. Mai 2025). Mit diesen Gedanken danke ich Ihnen noch einmal für Ihren Besuch. Ich versichere Ihnen mein Gebet. Schalom!

Foto aus dieser Begegnung (c) Vatican News


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

Tweet 




Lesermeinungen

Veritasvincit vor 3 Stunden: Ismen

Der Papst schlägt sich mit Ismen herum, statt den Glauben zu verkünden. Früher war es der Sozialismus, heute der Antisemitismus. Wir hatten den Katholizismus.

Das Anliegen muss doch sein, dass auch die Juden zum Glauben an Christus kommen.

Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.


© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz