
Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp

vor 3 Stunden in Kommentar, 8 Lesermeinungen
Artikel versenden | Tippfehler melden
Sängerin Jessica Paulo weigert sich, im Song Contest „The Voice of Germany” ein „Ave Maria“ zu singen - Sie sagte: „Wir beten Maria nicht an. Ich bete nur Jesus Christus an“ – Was ist davon zu halten? Von Petra Lorleberg
Berlin (kath.net/pl) Die Schweizer Sängerin Jessica Paulo weigerte sich am Freitagabend, beim Song Contest „The Voice of Germany“ das Lied „Ave Maria“ zu singen. Sie sagte: „Dieser Song ist ein katholischer Song. Ich bin evangelisch. Dieser Song geht direkt an Maria. Es ist ein Gebet zu ihr. Und wir beten Maria nicht an. Ich bete nur Jesus Christus an.“ Das Lied war ihr vom Coach Shirin David zugeteilt worden. Offenbar lehnte sie es auch ab, nichtchristliche Lieder zu singen.
Was ist davon zu halten? Zum einen: ich habe denkbar große Achtung davor, dass diese Christin vor den TV-Kameras unverbiegbar sich zu unserem christlichen Glauben bekennt. Gut möglich, dass sie dabei auch mit hohen beruflichen Nachteilen zu rechnen hatte, vorher weiß man so etwas ja nicht. WOW, welch eine Botschaft: eine junge, erfolgreiche Frau bekennt unseren Glauben öffentlich.
Doch andererseits möchte ich die Sängerin darauf hinweisen, dass auch wir Katholiken Maria nicht „anbeten“. Wir verehren sie, wir nehmen sie als Vorbild, wir lieben sie und ja, wir können sie problemlos um ihre Fürbitte bitten. Vielleicht könnte Frau Paulo sich da gelegentlich mal in das Gespräch mit gläubigen katholischen Christen begeben, die fähig sind, über ihren Glauben Rede und Antwort zu stehen. Denn Anbetung gebührt allein dem dreifaltigen Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Und last but not least möchte ich darauf hinweisen, dass wir in allen Diskussionen zwischen den Konfessionen ein erstes Maß an Liebe und Verständnisbereitschaft nicht vergessen sollte. Manche sagen, dass aktuell die Grenzen zwischen unseren Konfessionen wieder stärker spürbar seien – und das finde ich schade! Denn jeder und jede all derer, die in der Nachfolge des gekreuzigten und auferstandenen Erlösers stehen, hat mit einem gläubigen Christen einer anderen Konfession zunächst einmal weitaus mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes. Daran möchte ich nicht nur meine evangelischen und freievangelischen Geschwister im Herrn erinnern, sondern auch meine katholischen Geschwister.
Papst Franziskus hat einmal von der „Ökumene des Blutes“ gesprochen: Wenn Christen zu Märtyrern werden, dann fragen die Attentäter nicht nach den Konfessionen – sondern danach, ob sich jemand als Christ bekennt. Dieser Gedanke hat mich nachhaltig beeindruckt.
Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!
Veritasvincit vor 15 Minuten: Fürbitte der Heiligen
Die Heiligen bitten für uns schon, ohne dass wir sie darum angehen. Umsomehr, wenn wir uns an sie wenden.
Paddel vor 26 Minuten: Gott selbst hat Maria die Ehre gegeben
Sie wurde von IHM auserwählt ein Fleisch zu werden mit dem Göttlichen.
Ihr Leib, ihre Seele, wurde von Gott selbst auserwählt sich mit dem göttlichen zu vereinen.
Wenn Gott Maria die Ehre erweist, freut es IHN, wenn wir es auch tun und es beleidigt IHN, wenn wir es nicht tun.
Wenn wir Katholiken Maria die Ehre erweisen, erfreuen wir dadurch Gott und bestätigen damit, dass ER sie auserwählt hat. Letztlich ist Marienverehrung Achtung und Ehrfurcht vor Gottes Ratschluss einen Menschen/Frau zu erwählen.
Wer Maria nicht die höchste Ehre erweist, beleidgit damit Gott selbst, der genau das getan hat.
anjali vor 32 Minuten: Ave Maria.
Ich bete Maria an und niemand kann mich davon abhalten !! In Christentum ist alles freiwillig und Leute die das nicht so willen müssen das selber wissen. Übrigens bedeutet "ave" : sei gegrüsst. Die Geschichte von Kard. Victor Fernandez dass man Maris nicht mehr "Co-Redemptrix"nennen darf hat mich böse und traurig gemacht.Ich mache das natürlich doch !!
Fink vor 2 Stunden: Diese Kritik von evangelikal-"bibeltreuen" Christen ist nichts neues...
...sie wollen einfach nicht den Unterschied sehen zwischen "anbeten" und "verehren".
Freilich, die Anfrage der Evangelischen seit der Reformation, warum wir Maria und die Heiligen als "Fürbitter" brauchen, warum wir uns mit allem nicht direkt an Gott wenden, das kann nicht so einfach abgetan werden.
Diese Kritik von Evangelikalen sollte für uns Katholiken Anlass sein, "Auswüchse" bei der Marienverehrung zu vermeiden.
Marianus vor 2 Stunden: Besten Dank für diesen Artikel, liebe Petra Lorleberg!!
Und auch an @Parcival ein Dankeschön für den gelungenen Kommentar!!
modernchrist vor 2 Stunden: Ave heißt "Sei gegrüßt" !
Nirgends und nie g r ü ß e n wir Gott oder Jesus Christus!
Wir grüßen Maria ausdrücklich wie einen Menschen - sie ist ja Mensch geblieben und jetzt nach ihrer Himmelfahrt ein verklärter Mensch. Ausserdem ist der erste Teil des Avemaria praktisch wörtlich der Gruß des Engels, der im Lukasevangelium überliefert ist. Erst im 2. Teil bitten wir Maria ausdrücklich um ihre Fürbitte! Nichts von Anbetung in diesem Gebet. Ich stimme Parcival ausdrücklich zu, dass manchmal Zerrbilder immer wieder aufgeblasen werden - trotz dauernder Korrektur durch klardenkende Katholiken. Dass Maria eine Zuflucht, eine Trösterin, ja eine Mutter ist, zu der sich die Menschen in Scharen bei unzähligen grauenvollen (Kriegs-)Schicksalen emotional hingezogen und geborgen fühlten, das zeigt, dass die Katholiken Maria als wahrhaft lebendig sehen! Ja, es gibt das Leben nach dem Tod; Maria ist schon dort, sie ist uns vorausgegangen.
Christine vor 3 Stunden: Vorurteile werden zur Glaubenstradition
...wieso erinnert mich das jetzt an die Piusbruderschaft!?!
Parcival vor 3 Stunden: Wenn Vorurteile zur Glaubenstradition werden
Bemerkenswert ist weniger die Aussage der Sängerin als die Hartnäckigkeit, mit der solche Vorstellungen in Teilen des evangelischen, evangelikalen u. freikirchlichen Milieus über Generationen tradiert werden. Offenbar entwickeln manche konfessionellen Vorurteile eine erstaunliche Resistenz gegenüber jeder sachlichen Korrektur. Das wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie ernsthaft ist die Bereitschaft zum Dialog, wenn man selbst nach wiederholter Aufklärung an längst widerlegten Behauptungen festhält? Wer dem anderen beharrlich einen Glauben unterstellt, den dieser ausdrücklich zurückweist, offenbart damit weniger über dessen Glaubensverständnis als über die eigene Bereitschaft, sich mit ihm redlich auseinanderzusetzen. Ökumene setzt Wahrhaftigkeit voraus, nicht die Pflege überlieferter Zerrbilder.
Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz