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Derzeit sind sechs Gebäude des ‚Carmel of Jesus, Mary and Joseph‘ fertiggestellt, das ist etwa ein Drittel des Gesamtprojekts.
Fairfield (kath.net/jg)
Eine Gruppe klausurierter Karmelitinnen im ländlichen Pennsylvania errichtet ein weitläufiges Steinkloster, das 1.000 Jahre halten soll – und das größtenteils mit eigener Hand. Der „Carmel of Jesus, Mary and Joseph“ in Fairfield soll bis 2041 fertiggestellt sein und rund 100 Millionen Dollar kosten. Hinter der Vision steht die 41-jährige Mutter Thérèse of Merciful Love, Tochter eines Feuerwehrmanns aus Massachusetts, berichtet die New York Post.
Die Nonnen legten die Fundamente Ziegel für Ziegel selbst, zwischen ihren geistlichen Pflichten und der Arbeit mit dem Vieh und im Garten. Für schwerere Arbeiten holten sie den New Yorker Architekten Riccardo Vicenzino und den lokalen Bauunternehmer Joe Bonifate hinzu, der auch für die Finanzierung zuständig ist. „Sie sind sehr gute Schülerinnen. Gute Arbeitsmoral. Sie kommen pünktlich und nehmen Anweisungen sehr gut an“, sagte Bonifate über seine „heilige Belegschaft“. „Wenn ich nur mehr Teams finden könnte, die ein Gehorsamsgelübde abgelegt haben und auf etwas Größeres hinarbeiten als die nächste Gehaltserhöhung, wäre ich bestens bedient.“
Im Kloster gibt es keinen Strom, keine Heizung, keine Klimaanlage und kein fließendes Wasser. Nach Vorgabe von Mutter Thérèrse darf nichts Maschinengefertigtes verbaut werden. Selbst die Nägel müssen handgeschmiedet sein. Ein Schmied in Kentucky liefert sie. Weitere Materialien sind Pennsylvania-Feldstein, lokales Holz, Kalkmörtel, Schieferdachziegel, Kupferfallrohre und handgefertigte Ziegel aus North Carolina.
„Wir hatten eine Vision, einen Traum, eine innere Intuition, dass wir etwas anders machen müssen“, erklärte Mutter Thérèse im Interview hinter einem Eisengitter im Gästehaus. „Wir bauen ein authentisches Gebäude.“ Der Architekt Vicenzino ergänzte: „Wir sind an die Vorgabe der Mutter zur Authentizität gebunden. Um so etwas von Grund auf zu machen, mussten wir wirklich unsere alten Bücher ausgraben.“
Das Kloster ist lose von der mittelalterlichen Stadt Ávila inspiriert und orientiert sich an den steinernen Bauernhäusern des 18. Jahrhunderts in der Region. „Es ist keine Übung in Nostalgie“, sagte Vicenzino. „Es ist eine Übung in bewährten Konzepten.“
Zum Projekt gehört auch ein 6,7 Meter tiefes unterirdisches Eishaus, in dem Eisblöcke das ganze Jahr über zwischen Sägemehlschichten lagern und mit Pony und Wagen zum Hauptgebäude gebracht werden sollen. Die Nonnen leben mitten auf der Baustelle. „Es kann ein amüsanter Teil unseres Tages sein, wenn man morgens zur Messe gehen will und darauf achten muss, nicht vom Teleskoplader zerquetscht zu werden“, sagte Mutter Thérèse.
Nach einigen Jahren Vorbereitung begann der Bau im Jahr 2018. Sechs Gebäude sind fertig, das ist etwa ein Drittel des Gesamtprojekts. Die Finanzierung erfolgt vor allem durch kleine Spenden. „Es gibt ein menschliches Element, das die Schwestern ansprechen, nach dem sich alle wieder sehnen“, sagt der Architekt. Mutter Thérèse beobachtet ein wachsendes Interesse junger Frauen an traditionellem Ordensleben: „Viele der jungen Frauen, mit denen ich spreche, wollen in einer größeren Welt leben, einer Welt, die sich Werten öffnet, die ewig sind und über die Jahrhunderte hinwegreichen – Teil von etwas zu sein, das nicht mit ihnen stirbt.“
Derzeit leben etwa 14 Frauen auf dem Gelände. Nach Fertigstellung sollen es rund 50 sein. Die vegetarisch lebende Gemeinschaft hält Schafe, Kühe, Hühner, einen Esel namens Fidelis und Schweine, die den Müll fressen. Ein Border Collie namens Noel begleitet die Mutter.
Die Gemeinschaft führt ihre Tradition auf die Reform der heiligen Teresa von Ávila im 16. Jahrhundert zurück. Nach Verfolgungen in Mexiko und dem Cristero-Krieg 1926 flohen Nonnen des Ordens nach Nebraska; die Fairfield-Karmelitinnen sind ein Ableger dieser Gemeinschaft und halten an strenger Klausur und der traditionellen lateinischen Messe fest. Das hat in den vergangenen Jahren zu Spannungen mit Rom geführt, insbesondere wegen des Dokuments Cor Orans von 2018, das die Autonomie kontemplativer Klöster einschränkt. Die Nonnen stehen jetzt unter der relativ zurückhaltenden Jurisdiktion des Bischofs von Harrisburg und lehnen die römischen Vorgaben weiterhin ab.
Link zum Artikel in der New York Post mit Bildern des Klosters: Rural Pennsylvania nuns are building massive stone monastery by hand: ‘We had a vision’
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