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Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige

vor 2 Stunden in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Pfarrer eilte zur Unglücksstelle: „Ich habe die Generalabsolution erteilt, wie sie uns in der Theologie des Bußsakraments gelehrt wird. In Katastrophensituationen kann die Generalabsolution auch ohne vorherige Einzelbeichte gespendet werden.“


Madrid (kath.net/pl) Das Telefonklingeln unterbrach seinen Alltag: der 71-jährige Diözesanpriester Fernando Fernández de Bobadilla erhielt einen Anruf des Erzbischofs von Toledo, Francisco Cerro, der ihn über das tragische Zugunglück und das befürchtete katastrophale Ausmaß an Toten und Schwerstverletzten informierte. Fernández machte sich sofort auf den Weg und schloss sich den ersten freiwilligen Helfern an, die dort bereits eintrafen – darunter auch Mitglieder seiner Pfarrgemeinde. „Was ich vorfand, war schrecklich: Menschen, die umherirrten, Schwerverletzte und Tote, die auf dem Boden lagen“, schilderte der Priester spanischen Medien, wie „The Christian News“ und weitere Medien berichteten. Nahe Urda (Provinz Toledo) waren zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidiert. Bei dem Unglück fanden rund 70 Menschen den Tod und mehr als 150 wurden schwer verletzt (aktuell sind noch nicht alle Überlebenden außer Lebensgefahr).

„Ich habe die Generalabsolution erteilt, wie sie uns in der Theologie des Bußsakraments gelehrt wird. In Katastrophensituationen kann die Generalabsolution auch ohne vorherige Einzelbeichte gespendet werden.“ Er habe getan, „was ich in diesem Moment tun konnte – und was in diesem Augenblick niemand sonst tun konnte: Ich sprach ihnen die Sündenvergebung zu und bereitete sie darauf vor, falls der Herr sie zu sich in den Himmel rufen sollte“.


Neben dem Gebet für die Opfer unterstützte er die Rettungskräfte bei der Versorgung der Verletzten – er hielt Infusionsbeutel, stützte die Köpfe der Betroffenen und half dabei, sie auf provisorische Tragen zu legen.

„Man nimmt die Hand eines Menschen, fragt einen anderen, wie es ihm geht und wo er Schmerzen hat, und sagt zu wieder jemand anderem einfach: ‚Ich bin Priester und ich werde für dich beten‘“, erzählte er. Er erinnerte sich daran, wie unterschiedlich die Menschen auf seine Versuche reagierten, sie zu trösten: Manche drückten seine Hand, während andere – etwa weil sie unter Schock standen oder bewusstlos waren – gar nicht reagieren konnten.

Auch für die Verstorbenen betete der Priester. Er erzählte: „Ich konnte kaum mehr tun, als ein Gebet nach dem anderen für die Verstorbenen zu sprechen, während die Leichname aus dem Waggon geborgen wurden.“

Im Rückblick auf seinen Einsatz bei dieser tragischen Katastrophe sagte er: „In einer solchen Extremsituation muss man den Menschen einfach die Gegenwart eines anderen spüren lassen – jemanden, der freundliche Worte findet, sie willkommen heißt und ihnen Trost spendet. Es geht darum, einfach da zu sein und Nähe zu vermitteln. Denn es ist unmöglich, einen Sinn in dem zu erkennen, was da geschieht; logische Erklärungen helfen hier nicht weiter.“

Er fügte hinzu, sein Glaube gebe ihm die Zuversicht, dass Gott die Menschen auch dann erreichen könne, wenn ihm selbst die Worte fehlten, um ihnen zu helfen. „Ich glaube fest daran: Wenn es mir nicht gelingt, das Herz eines verletzten Menschen zu erreichen, dann kann Gott es. Meine Rolle als Vermittler mag einfach und scheinbar nutzlos erscheinen – doch Gott weiß, wie er gerade durch die Risse hindurch wirken kann.“

Weiterführende Info - Dies lehrt der Katechismus der Katholischen Kirche zur Generalabsolution:
„Wenn eine schwere Notlage besteht, kann man sich mit der gemeinschaftlichen Feier der Versöhnung mit allgemeinem Sündenbekenntnis und allgemeiner Lossprechung behelfen. Eine solche schwere Notlage kann dann vorliegen, wenn unmittelbare Todesgefahr besteht und für den oder die Priester die Zeit, die Bekenntnisse der einzelnen Pönitenten zu hören, nicht ausreicht. Sie kann auch dann vorliegen, wenn unter Berücksichtigung der Zahl der Pönitenten nicht genügend Beichtväter vorhanden sind, um die Bekenntnisse der einzelnen innerhalb einer angemessenen Zeit ordnungsgemäß zu hören, so daß die Pönitenten ohne eigene Schuld gezwungen wären, die sakramentale Gnade oder die heilige Kommunion längere Zeit zu entbehren. In diesem Fall müssen die Gläubigen, damit die Absolution gültig ist, den Vorsatz haben, ihre schweren Sünden möglichst bald einzeln zu beichten. Das Urteil darüber, ob die erforderlichen Voraussetzungen für eine Generalabsolution gegeben sind, steht dem Diözesanbischof zu. Ein großer Andrang von Gläubigen bei großen Festen oder Wallfahrten gilt nicht als ausreichend begründete Notlage.“ (KKK 1483)


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Lesermeinungen

Mariat vor 9 Minuten: Diözesanpriester Fernando Fernández de Bobadilla - ein Engel des Herrn! Gratias!

Was dieser Priester gewirkt hat, war ein großes Geschenk Gottes an diese Menschen am Unglücksort.
Vergelt´s Gott, Ihnen.
Diese große Gnade der totalen Absolution vor dem irdischen Tode; davon wissen die wenigsten, leider.
Unser früherer Pfarrer sagte auch: " Wenn jemand im Sterben liegt, selbst nicht mehr sprechen kann, oder aus anderem Grund, nicht mehr beichten kann - darf er die totale, alles vergebende Absolution erteilen!"
Gelobt sei Jesus Christus. Amen.

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