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P. Mustapha Amari wuchs als Muslim auf und ist seit 10 Jahren katholischer Priester. Als Konvertit hatte er mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen.
Paris (kath.net / pk) Mustapha Amaris Leben als Christ begann ganz leise, während des Studiums in Straßburg. Umgeben von praktizierenden Muslimen ebenso wie von Christen und Atheisten hinterfragte der junge muslimische Student zum ersten Mal in seinem Leben die eigenen Überzeugungen und wandte sich der Philosophie zu. „Mein Glaube entfaltete sich zuerst durch eine philosophische Frage, bevor es eine existenzielle wurde“, erzählt der 40-Jährige heute.
Mustapha wurde in Algerien in eine muslimische Familie hineingeboren. Als er fünf Jahre alt war, wanderte seine Familie nach Frankreich aus. Bis zur Aufnahme seines Studiums wuchs er im Glauben seiner Eltern auf — ohne diesen zu hinterfragen und ohne jemals eine echte Gotteserfahrung gemacht zu haben, heißt es in einem Artikel des „National Catholic Register“, der Amari porträtiert.
„Der erste Wendepunkt war, als ich auf Blaise Pascal stieß, der nicht vom Gott der Philosophen und Gelehrten spricht, sondern vom Gott, der dem Herzen spürbar ist, vom Gott der Offenbarung. Da dachte ich: ‚Vielleicht habe ich das Wesentliche verfehlt, weil ich nur mit der Vernunft geschaut habe‘“, erinnert er sich.
Ein protestantischer Freund schenkte ihm daraufhin ein Neues Testament. Dieses sollte sein Leben verändern. Beim Lesen blickte er instinktiv auf sein ganzes Leben zurück und erkannte, dass Gott ihn bis zu genau diesem Augenblick geführt hatte. „Etwas in meinem Herzen begann sich zu öffnen“, beschreibt er.
Bis dahin hatte er sich immer gefragt, warum sein Leben so gut verlaufen war. Nach einem Jahr in einem schwierigen Viertel, als die Familie nach Frankreich gezogen war, war sie in einem Dorf im Elsass gelandet, wo die Menschen sie herzlich aufnahmen und für sie sorgten. Er hatte das Gefühl, endlich die Antwort zu erhalten, nach der sein Herz die ganze Zeit verlangt hatte.
Mustapha versuchte, zum Islam zurückzukehren, fand dafür aber keinen Grund außer seinen Wurzeln. Die Religion seiner Eltern erschien ihm zu stark kulturell geprägt. Gott erscheine als einer, der unerreichbar ist, weil es im islamischen Verständnis keine Suche nach greifbaren Zeichen der Gegenwart Gottes gibt.
„Die Evangelien haben mir den Blick auf den tieferen Sinn des Daseins zurückgegeben und mich erkennen lassen, dass Gott Liebe ist, dass wir geschaffen wurden, um geliebt zu werden“, erläutert Mustapha. „Dank Jesus sind alle Teile des Puzzles an ihren Platz gefallen.“
Seine Entscheidung für Jesus kostete erhebliche Opfer. Noch vor seiner Taufe verstieß ihn sein Vater aus der Familie. Seine Mutter hörte auf, seine Anrufe entgegenzunehmen. Aber auch die katholische Kirche empfing ihn anfangs keineswegs mit offenen Armen, gesteht er.
Als er sich in einer Pfarrei in Straßburg nach der Taufe erkundigte, habe man ihm gesagt, er solle nach dem Sommer wiederkommen; der Bischof müsse hinzugezogen werden, weil er „ein Sonderfall“ sei. „Ich spürte, dass man Vorsicht walten ließ“, meint er. „Das hat mich ein wenig geärgert, aber irgendwie habe ich es verstanden.“
Der schmerzliche Verlust seiner Familie spornte ihn an, ein intensives christliches Leben anzustreben. „Ich sagte mir, dass ich es nicht hinnehmen konnte, meine Familie aufzugeben, nur damit mein christlicher Glaube aus nichts weiter bestünde als dem sonntäglichen Messbesuch. Das Leben mit Jesus muss zu hundert Prozent gelebt werden, sonst lohnt es sich nicht.“
Nach einem Jahr Freiwilligenarbeit entschied er sich für den Weg des Priestertums. „Der Bibelvers, der sagt: ‚Wem viel gegeben ist, von dem wird viel verlangt‘, ist mein ganzes Leben“, fügt er hinzu. „Ich spürte: Wenn ich weiter nur empfange, ohne mich selbst hinzugeben, wäre ich wie eine faule Frucht am Zweig.“
Mustapha Amari gehört der charismatischen Gemeinschaft Chemin Neuf an. 2017 wurde er als Mitglied der Gemeinschaft geweiht und ist heute einer Pfarrei im Pariser Umland zugeordnet.
Die Schwierigkeiten, die sich aus seinem Status als Konvertit ergaben, verschwanden seither nicht. Obwohl er nie direkten Repressalien ausgesetzt war, weil er den Islam verlassen hatte, musste er seine Online-Zeugnisse bald auf Plattformen katholischer Gemeinschaften beschränken. „Als ich mein Konto auf TikTok eröffnete, etwa 2018/19, begegneten mir sehr gewalttätige Worte, und ich musste aufhören; darauf war ich nicht vorbereitet.“
Die Kraft, Widrigkeiten und Einsamkeit über die Jahre hinweg zu bestehen, schreibt er der Gemeinschaft der Gläubigen zu. Das erlebte er an einem Abend in Portimão im Süden Portugals. Dort leitete er mit seiner Gemeinschaft eine Woche vor dem Weltjugendtag 2023 ein Festival für 4.000 junge Menschen.
An diesem Tag war der Geburtstag seiner Mutter. Mustapha versuchte, sie fünf Minuten vor seinem Auftritt anzurufen. „Wie üblich nahm sie nicht ab“, erinnert er sich. Wenige Minuten später forderte er die Jugendlichen mit neuer Entschlossenheit auf, ihr Leben Jesus zu schenken. „Ich sah, wie Tausende von ihnen nach vorne kamen, mitgerissen von ihrer Inbrunst. Es ist eines der schönsten Bilder meines Lebens“, weiß er heute noch.
Er trage seinen Eltern nichts nach, betont er. Er habe ihnen einiges abverlangt, als er Christ und dann katholischer Priester wurde. Gott seinerseits schenkte ihm „eine Familie hundertfach“ — eine Ordensgemeinschaft, Brüder und Schwestern und Häuser auf der ganzen Welt.
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