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vor 3 Stunden in Österreich, 1 Lesermeinung
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Wiener Erzbischof Grünwidl sorgt mit seinen jüngsten Gedanken zu Kopftuchverbot und Familiennachzug für heftige Reaktionen und Kirchenaustrittsankündigungen auf X.
Wien (kath.net/jg)
Der neue Wiener Erzbischof Josef Gründwidl (63) hat in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Radiosender Ö1 auch zu politischen Themen Stellung genommen und damit teils heftige ablehnende Reaktionen geerntet.
Grünwidl hatte unter anderem die Reduktion des Kontingents für den Familiennachzug von 6.000 auf 300 kritisiert. Wörtlich sagte der Erzbischof: „Ich glaube nicht, dass das Integration fördert. Es ist eine Tatsache, dass Familien leichter zu integrieren sind als Einzelpersonen. Das Recht auf Familienleben ist ein Menschenrecht.“
Der Jugendforscher und Publizist Bernhard Heinzlmaier kommentiert diese Aussage scharf: „Der geistig-intellektuelle Verfall der katholischen Kirche ist eklatant“, schreibt er wörtlich auf X. Grünwidl sei Doktor der Theologie, habe aber keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten auf die kulturelle und soziale Integration. Die Gruppe mache die Abschottung nicht nur leichter, sondern auch wahrscheinlicher, betont Heinzlmaier. In die Volksschulen würden Kinder der dritten Generation, deren Eltern und Großeltern Deutsch sprechen, ohne Deutschkenntnisse eintreten, weil in den abgeschlossenen Communities der Migranten nicht mehr Deutsch gesprochen werde.
Die „heilige Familie“ sei für Katholiken aber offenbar unantastbar. Negative Effekte der Familien- und Clanbildung würden einfach negiert, wirft Heinzlmaier dem Wiener Erzbischof vor. „Entweder hat er keine Ahnung oder er verdreht die Wahrheit so, wie er sie gerade brauchen kann. Die Glaubwürdigkeit dieser Leute ist völlig kaputt“, schreibt er wörtlich.
Ebenso argumentiert der Anthropologe Martin Fieder von der Universität Wien.Wörtlich schreibt er, ebenfalls auf X: „die Aussage des Erzbischofes, dass ‚es eine Tatsache ist, dass Familien leichter zu #integrieren sind als Einzelpersonen‘, stimmt pauschal so nicht: bei großen Communities hat dies genau den gegenteiligen Effekt - die Community wächst, Abschottung ist noch leichter möglich.“
Auch die „pauschal negative Aussage über das Kinderkopftuchverbot“ werde den Diskussionen zu dem Thema nicht gerecht, schreibt Fieder.
Grünwidl hatte ein generelles Kopftuchverbot falschen Weg bezeichnet, „weil es in die freie Religionsausübung eingreift.“
Ein anderer User kündigt nach dem Interview von Grünwidl auf X sogar seinen Austritt aus der Katholischen Kirche an. Wörtlich schreibt er, direkt an den Erzbischof: „Ich werde jetzt als letzter Erwachsener unserer Familie aus der Kirche austreten und final Schuld sind Sie! Ich mache da einfach nicht mehr mit! Auf Wiedersehen, ein mehrfacher Taufpate und auch Firmpate (war ja sonst keiner mehr bei der Kirche, daher habe ich das immer übernommen).“
Foto Erzbischof Grünwidl: (C) Katholische Presseagentur Wien/Paul Wuthe
Der geistig-intellektuelle Verfall der katholischen Kirche ist eklatant. Leute wie dieser Erzbischof haben ein Studium absolviert. Das ist gleichzeitig ein Zeichen dafür, wie auch der Qualitätsverlust der Universitäten in den letzten Jahren geradezu explodiert ist. Ein Doktor der Theologie hat keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten auf die kulturelle und soziale Integration. Tatsächlich hat Martin Fieder recht. Die Gruppe macht die Abschottung nicht nur leichter, sonder auch wahrscheinlicher. An den Schulen haben wir heute das Problem, das die Kinder der dritten Generation, deren Eltern und Großeltern Deutsch sprechen, ohne Deutschkenntnisse in die Volksschule kommen. Warum? Weil in den abgeschlossenen Communities nicht mehr Deutsch gesprochen wird. Aber natürlich ist die "heilige Familie" für einen Katholiken unantastbar. Eventuelle negativen Effekte der Familien- und Clan-Bildungen werden verdrängt. Entweder hat er keine Ahnung oder er verdreht die Wahrheit so, wie er sie gerade brauchen kann. Die Glaubwürdigkeit dieser Leute ist völlig kaputt. Ihr Weihnachtsevangelium können sie sich ab sofort behalten.
— Bernhard Heinzlmaier (@Erzbischof2023) November 2, 2026
@Josef_gruenwidl Ich werde jetzt als letzter Erwachsener unserer Familie aus der Kirche austreten und final Schuld sind Sie! Ich mache da einfach nicht mehr mit! Auf Wiedersehen, ein mehrfacher Taufpate und auch Firmpate (war ja sonst keiner mehr bei der Kirche, daher habe ich das immer übernommen).
— Asterix (@Asterix13483367) November 2, 2026
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Nachdenklich68 vor 2 Stunden: Doktor der Theologie
Der derzeitige Erzbischof von Wien hat KEINEN Doktor der Theologie. Er hat nicht einmal ein Lizentiat in Theologie, so dass die "unterste Anforderungs-Stufe" des Kirchenrechts zum Einsatz kommt, wenn es um die Eignung zum Bischofsamt geht. Natürlich sagen akademische Titel nichts über die Eignung und Qualitäten eines Menschen aus. Sie sprechen aber auch nicht gegen ihn und schaden nicht, wenn es - wie vorliegend - um Äußerungen zu hoch komplexen Themen geht.
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